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Artikel & Berichte der Vergangenheit - 2 |
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Am Ernestinum ist italienisch gefragt
Bande nach Benevento gefestigt - Schülerreise geplant
Gotha. (tlz/eli) Die Bande des Gothaer Ernestinums zum neusprachlichen Gymnasium "Guacci" im süditalienischen Benevento
festigen sich. Referendarin Katrin Meier war im März für drei Wochen dort, im Gegenzug kam jetzt Vincenzo De Lucia ans
Ernestinum. Im April will der Deutsch-Leistungskurs für eine Woche nach Benevento; italienische Schüler wollen im Herbst
nächsten Jahres nach Gotha kommen. Katrin Meier, die am Ernestinum eine Arbeitsgemeinschaft "Italienisch" leitet, und
Vincenzo De Lucia, der am "Guacci"-Gymnasium Deutsch unterrichtet, konnten während ihrer Hospitanz Einblick ins Schulwesen
erhalten. De Lucia stellte fest, daß in Deutschland neuer Stoff gemeinsam im Unterricht behandelt wird, während
italienische Schüler der Oberstufe Neues zuerst daheim studieren, um ihre Erkenntnisse im Unterricht zu präsentieren.
Eine Gemeinsamkeit hat der Süditaliener ebenfalls entdeckt: Schule sei hier wie dort eine ernste Sache.
Benevento ist die Hauptstadt der gleichnamigen süditalienischen Provinz im Bergland Kampaniens, in der Nähe Neapels,
gelegen und zählt 50 000 Einwohner. Das "Guacci"-Gymnasium ist nach einer heimischen Dichterin benannt.
Am Ernestinum ist derzeit die englische Fremdsprachenassistentin Ursula Crow beschäftigt. Neben den jeweiligen
Fachlehrern unterrichtet sie Sechst- und Neunt- bis Zwölftkläßler in ihrer Muttersprache. Ursula Crow, die aus
Birmingham stammt, will nach diesem Schuljahr wieder an die University of North London zurückkehren, wo sie
Französisch, Deutsch und das neue Fach critical theory (Philosophie, Psychologie, Weltanschauungen) studiert.
Thüringer Allgemeine, 03.10.1997
"Wandelndem botanischen Lexikon" auf Natur-Spur
Erstmals wurden gestern die Erich-Veit-Preise vergeben
Gotha. Der Volksmund nannte Erich Veit liebe- und respektvoll "wandelndes botanisches Lexikon". Daran erinnerte
Roland Tittel, Vorsitzender des Kreisverbandes Gotha des Naturschutzbundes (NABU), gestern abend im Museum der Natur.
Im Foyer der Artenschutz-Ausstellung hatte sich viel junges Volk eingefunden, um einen alten Hasen des Naturschutzes zu
ehren. Und um selbst geehrt zu werden. Gestern wurde nämlich der Erich-Veit- Preis verliehen. Veit war von 1936 bis zu
seinem Tode 1965 ununterochen Kreis- Naturschutzbeauftragter. Auf ihn geht u. a. die erste Unterschutzstellung eines
Gebietes im Kreis der "Steppenheide der Heiligen Lehne" am Großen Seeberg 1941, zurück. Ausgezeichnet wurden Arbeiten,
die sich der Natur und ihrem Schutz widmeten - Veits Lebensaufgabe.
In der Kategorie "Schüler-Einzelarbeit" ehrte
die Jury Robert Marquardt (Gymnasium Ernestinum). Er entwickelte eigenständig eine Methode zum Bestimmen
von Kleinlebewesen in Gewässern mit Hilfe der Fluoreszenz am Lichtmikroskop. Preisträger bei den Lehrern wurde
die Crawinklerin Ingrid Sauerbrey. Mit ihrer dritten Klasse gestaltete sie das Thema "Der Baum, unser Freund".
Die 5c des Ernestinums bekam den Klassen-Preis. Sie absolvierte mit ihrer Lehrerin Frau Marquardt ein mehrtägiges
Waldlager zum Thema "Walderlebnis Fledermäuse" und erarbeitete dazu eine Dokumentation. Und angesichts
der Dominanz der Preisträger aus dem Gymnasium Ernestinum verwunderte es dann nicht, daß Ernestiner-Schulleiter
Dr. Lutz Wagner den Veit- Naturschutzpokal mitnehmen durfte. Damit wird das besondere Engagement der jeweiligen
Schule geehrt. Der Wanderpokal wurde übrigens von den Gothaer Stadtwerken gesponsort.
Thüringer Allgemeine, 29. 11. 1997, Rainer Aschenbrenner
Ernestiner gehen auf eine weite Reise nach Dubai
Zartes Pflänzchen der Beziehungen soll größer werden
GOTHA (rr). Dem nächsten Freitag sehen die Schüler in Thüringen mit gemischten Gefühlen entgegen. Es gibt Ferien, aber auch
die Halbjahreszeugnisse. Für ein Dutzend Gymnasiasten des Ernestinum steckt in dem Tag noch mehr Aufregung. Sie sagen Gotha
und dem Winter ade, fliegen in die Sonne und das auch noch in offizieller Mission. Ihr Ziel wird nach nahezu siebenstündigem
Flug Dubai, Vereinigte Arabische Emirate, sein. Die Al Ittihad Private School Dubai hat die Ernestinum-Abordnung eingeladen.
Norbert Stegmann hatte über seine in Gotha ansässige Firma Stegmann Technology International die Verbindung Gotha-Dubai 1996
zu knüpfen begonnen. Die Besten eines Malwettbewerbs gewannen 1996 eine Reise in das Land am Persischen Golf, wohin Stegmann
wirtschaftliche Beziehungen unterhält. Das Jahr darauf - genau vor einem Jahr - besuchten Kinder aus Dubai das winterliche
Gotha. Einige der Schülerinnen, die jetzt nach Dubai fliegen, betreuten die jungen Araber, machten sie mit dem Ernestinum
bekannt, Brieffreundschaften entwickelten sich. Nun die Einladung aus Dubai. Das zarte Pflänzchen der Beziehungen soll
aufgepäppelt werden. Und kann es auch Dank der Hilfe der Sponsoren beider Länder. Die "Elfer" Nadine Stehmann, Denise
Hellfeld, Korinna Melchior, Nadine Alrneroth., Katharina Knorr, David Adler, Christian Heinrich, Daniel Schröder,
Daniela Lippmann und Yvonne Backhaus haben sich extra die Ferien ausgesucht, um in der Schule nichts zu versäumen,
und das Sparschwein für Taschengeld und ihren Reisekostenanteil geschlachtet. Sie sind gespannt auf Land und Leute
in der für europäische Jugendliche fremden Welt. Sie selbst haben sich auch vorbereitet, wollen eine kleine Ausstellung
über ihre Heimat zuwegebringen und von Deutschland erzählen, das eben nicht nur aus den Großstädten Berlin und
München besteht, wie man einige tausend Kilometer von Europa entfernt meint.
Etwas typisch Deutsches möchten die Jugendlichen für die Gastgeber auch mitnehmen. Das Richtige zu wählen,
bereitet ihnen zur Zeit großes Kopfzerbrechen. Als Geschenk der Schule an die Schule in Dubai geht eine Federzeichnung von
Schülern mit auf Reisen. Motiv: Schloß Friedenstein.
Thüringer Allgemeine, 31.01.1998
Nackte Wahrheit ist kaum gefragt
Der "Kaktus stachelt nicht mehr.
Da entschieden sich die Schüler des Gymnasium Ernestinum in Gotha für "Die nackte Wahrheit".
Mit ihr beteiligen sich die Jung-Redakteure am Schülerzeitungs-Wettbewerb vom Jugendpresseverband Thüringen und der
"Thüringer Allgemeine". Doch für die "Die nackte Wahrheit" sieht es gar nicht rosig aus. Die Themenauswahl ist schwierig,
denn die 800 Gymnasiasten leiden an mangelnder Lese-Leidenschaft.
"Es sind nur noch Bilder gefragt" klagt Ruth Meier*. "Das Desintresse wächst immer mehr", beschwert sich Chefredakteurin
Juliane Kühmel enttäuscht. "Wir verkaufen 110 Zeitungen, aber davon 50 allein an die Lehrer". Trotzdem machen die elf
Hobby-Journalisten das beste aus der Situation: Sport, Comics, Schülerumfragen und Lehrerinterwies sind angesagt. Projekte,
Kunst und Kultur kamen nicht an.
Als Highligth steht demnächst die 475-Jahrfeier des traditionsreichen Gymnasiums
ins Haus. Die Unterstützung durch die Schulleitung beschränkt sich oft
auf die Zensur: Der Direktor entscheidet über das Erscheinen. Doch die
Motivation bleibt Spaß an der Freude. "Das fertige Produkt macht
stolz, auch bei Nichtverkauf" behauptet Ruth.
Finanziell sind keine großen Sprünge drin. Mit Unterstützung des Landratsamtes sind gerademal die Kopierkosten bezahlbar.
Ans Aufgeben denkt keiner: "Wir sind Kämpfer".
*Name geändert
Thüringer Allgemeine, 20.3.99 - Gordon Gerisch
Chemie ist, wenn es zischt und stinkt...
Seit 1994 geben sich im Gymnasium Ernestinum Bauleute und Handwerker die Klinge in die Hand, um das alte Lehrgebäude wieder
flott zu machen. Nach der Fertigstellung eines Hörsaals wurde in die Errichtung neuer Fachkabinette für Physik und
Computertechnik investiert. Und die bedeutenste Baumaßnahme war zweifellos die Errichtung der Dreifelder-Turnhalle im
Wert von rund 7,8 Millionen Mark.
Jüngstes Kind ist das Chemiekabinett, zu dessen Einweihung der Landrat Dr. Dieter Reinholz sogar ein Experiment wagte.
Frei nach dem Motto "Chemie ist, wenn es zischt und stinkt..", startete der gelernte Chemiker den ersten Versuch in den
neuen Räumlichkeiten.
Schief gehen konnte eigentlich nichts, denn das Kabinett ist nach allen regeln der Sicherheit ausgestattet. Dazu zählen
Brandschutztüren und -verkleidungen, neue Elektroinstallationen und lufttechnische Anlagen. Für Versuche mit gefährlichen
Stoffen steht ein Digistorium zur Verfügung.
Alles in allen wurden rund 285 000 DM für den Umbau und die Einrichtung des Chemiekabinetts investiert, in dem künftig die
735 Schüler des Gymnasiums so manches Experiment starten werden.
Hallo Gotha zum Sonntag, 27.03.1999
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