Startseite  |   Schulprogramm  |   ULULA  |   Termine  |   Formulare  |   Kontakt  
Geschichte des Gymnasium Ernestinums

Das Gothaer Gymnasium Ernestinum, im November 1991 wiedergegründet, zählt zu den ältesten und traditionsreichsten Bildungsstätten des Landes. Seine Geschichte ist eng mit der der Gothaer Herzöge und dem Wirken großer Humanisten, Wissenschaftler und hervorragender Vertreter des Gothaer Bürgertums verbunden. Bereits 1291 wird eine Lateinschule an der einstigen Pfarrkirche St. Marien urkundlich erwähnt, eine Einrichtung, die unter dem Patronat Ohrdrufer Stiftsherren entstand, aber, durch diese vernachlässigt, ein sehr bescheidenes Dasein fristen musste. Friedrich Myconius, Luthers namhafter Gothaer Mitkämpfer, rettete die Schule über die Wirren der lokalen Reformation und Gegenreformation in das Augustinerkloster und eröffnete sie dort 1524 wieder.

Augustinerkloster Der neue Geist der Reformationzeit beflügelte Inhalt und Form des Unterrichts. Nicht unbedeutend waren die Einflüsse, die sowohl von Luther als auch vom Erfurter Humanistenkreis ausgingen. Schon in der Mitte des 16. Jahrhunderts regte der Leiter der Anstalt und Schwiegersohn Myconius´, Lindemann, die ersten, vom Humanismus durchdrungenen Schulgesetze an und setzte sie trotz der Belagerung Gothas durch kursächsische Truppen während der Grumbachschen Händel, trotz Pest und schwerer persönlicher Schicksalsschläge durch. Um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert wurde die Einrichtung vom Herzog Johann Casmir wegen ihrer bis dahin erzielten Erfolge in Bildung und Erziehung mit dem ehrenden Zusatz "illustre" (=vortrefflich, glänzend) ausgezeichnet und gefördert.

Nach dem 30jährigen Krieg bewirkten die herausragenden Bemühungen Herzog Ernsts des Frommen für ein fortschrittliches Schulwesen den Aufschwung des Gymnasiums. Unter der Leitung seines Rektors Andreas Reyher gelangte es zu seiner ersten Blüte und strahlte fast zwei Jahrhunderte auf andere deutsche Länder aus.

Dieses Schulwesen, dessen Kern das Gymnasium war, ermöglichte in Ernsts des Frommen Land die Verbreitung der pädagogischen Lehren des böhmischen Humanisten Comenius. Durch Schulbücher, Didaktikwerke und Schulgesetze wurden die Voraussetzungen für einen wissenschaftlich begründeten und von humanistischem Gedankengut durchdrungenen Unterricht geschaffen.

Die Einführung einer allgemeinen Schulpflicht für Landeskinder trug zur Konsolidierung des neuen Schul- und Erziehungssystems bei.

Der Wandel des Herzogtums Sachsen-Gotha-Altenburg im 18.Jahrhundert zu einem Zentrum des aufgeklärten Absolutismus hatte Einfluss auf den Geist, die Lehrinhalte und Unterrichtsmethoden des Gymnasiums.

Hervorragende Gelehrte wie Galletti, Geißler und Jacobs verbreiteten die neuen Ideen, führten das Fachlehrsystem und die Abiturprüfung ein, schufen eine Bibliothek und ließen begabte Kinder eine besondere Förderung genießn, unter ihnen auch dem späteren Philosophen Fichte.

Der bekannte Literat und Schriftsteller Friedrich Jacobs, mit den Geistesgrößen seiner Zeit gut bekannt, leitete das Gymnasium in den Zeiten der napoleonischen Kriege. Bleibende Verdienste erwarb er sich bei der Einführung des Humboldtschen Konzepts einer humanistischen, in den antiken Idealen wurzelnden Allgemeinbildung.

Der Bau des neuen Schulgebäudes im klassischen Stil 1837/38, das sowohl die Klassen des Realgymnasiums als auch später die des Gymnasiums Illustre aufnahm, zeigte schon nach außen den Beginn einer Entwicklung an, die den Erfordernissen der Zeit entsprach und in der Namensgebung "Ernestinum" 1859 durch Herzog Ernst von Sachsen-Coburg und Gotha gipfelte.

Kurd Lasswitz (1876 - 1909) Bedeutende Lehrerpersönlichkeiten wie Schmidt und Laßwitz wirkten hier und prägten Schülerpersönlichkeiten im Sinne der Aufklärung und des Humanismus.

Die Weltkriege unseres Jahrhunderts gingen nicht spurlos an Gymnasium vorüber. Auf den Schlachtfeldern verloren viele Abiturienten und Lehrer ihr Leben.

In den Jahren der Weimarer Republik konnte der humanistische Geist trotz der politischen Wirren bewahrt werden, doch nicht immer gelang es, die Schule von ideologischen Einflüssen der Nazis freizuhalten.

Die Schließung des Gymnasium Ernestinum 1945 bedeutete eine schmerzliche Zensur in der Schulgeschichte, doch ließen die Lehrer, dem Namen Albert Schweitzer verpflichtet, die humanistische Tradition in der Bildung und Erziehung der Schüler fortleben.

  • 1991 - Wiedergründung des Gymnasium Ernestinum am l. November
  • 1992 - Gründung der Mittwochsgesellschaft nach Kurd Lasswitz
  • 1993 - Erstes Abitur nach 48 Jahren
  • 1997 - Einweihung der "Ernestiner Sporthalle"
  • 1999 - 475 Jahre Gymnasium Ernestinum - Jubiläumsfeier
  • 2000 - Entwicklung einer Schulkonzeption auf der Basis humanistischer Bildung mit reformpädagogischen Inhalten
  • 2002 - Ausbildungsschule für junge Referendare
  • 2003 - 10-jähriges Abitur nach der Restitution des Gymnasium Ernestinum im Jahr 1991

Geschichte des Ernestinums in chronologischer Folge

In diesem Teil wird die Geschichte des Gymnasium Ernestinum aufgezeichnet.
1291  urkundliche Erwähnung einer Lateinschule an der einstigen Pfarrkirche St. Marien, die als Vorläufer des späteren Gymnasiums gilt

1524  Gründung des Gymnasiums im Kreuzgang des Augustinerklosters durch den Rektor Friedrich Myconius - Freund Maritn Luthers Geistiger Vater war der Reformator Melanchthon

Mitte 16. Jh.  Durchsetzung der ersten humanistischen Schulgesetze durch Lindemann Wende vom Erhebung der Schule durch Herzog Johann Casismir wegen 16. zum 17. ihrer erzielten Erfolge zum Gymnasium "illustre" - der Jahrh. Unterricht wurde als universitätsvorbereitend anerkannt

1642   Förderung durch Herzog Ernst den Frommen Blüte des Gymnasiums Schaffung eines wissenschaftlich begründeten Unterrichts unter dem Protektorat des Pädagogen Andreas Reyher Hervorragende Gelehrte: Myconius, Reyher, Galletti, Geißler, Kries, Jacob, Laßwitz, Schmidtt, Haack Berühmte Schüler: Brehm, Francke, Salzmann, Manso, Thienemann, Bechstein, Schlichtegroll Herzogtum Gotha als Zentrum der Bildung: "dasz hier die Bauern gelehrter seyen als anderswo die Edelleut!"

1837/38   Bau des neuen Schulgebäudes

1859   Vereinigung des Gymnasium illustre (humanistisch) mit dem Realgymnasium (naturwissenschaftlich) zum GYMNASIUM ERNESTINUM GOTHAE

1945  Schließung des Gymnasium Ernestinum - Abbruch der gymnasialen Bildung in dieser Schule

1965  Schule erhält den Namen "Albert Schweitzer" Führung der Schule geprägt durch Schweitzers Gedankengut Fortführung der Traditionen unter dem Direktor Hugo Thiel

1991  Wiedergründung des Gymnasium Ernestinum am 1. November

1992   Gründung der Mittwochsgesellschaft nach Kurd Lasswitz

1993   Erstes Abitur nach 48 Jahren

1997  Einweihung der "Ernestiner Sporthalle"

1999   475 Jahre Gymnasium Ernestinum - Jubiläumsfeier

2000  Entwicklung einer Schulkonzeption auf der Basis humanistischer Bildung mit reformpädagogischen Inhalten

2002  Ausbildungsschule für junge Lehrer

2003  10-jähriges Abitur nach der Restitution des Gymnasiums Ernestinum im Jahr 1991

2004   480 Jahre Gymnasium Ernestinum - Jubiläumsfeier

2009   150 Jahre Vereinigung                                                                                                               des Gymnasiums illustre (humanistisch) mit dem Realgymnasium (naturwissenschaftlich) zum                  Gymnasium Ernestinum Gothae          485 Jahre Gymnasium Ernestinum-Jubiläumsfeier

 

  Startseite  |  Impressum   |  nach oben