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475 Jahre Gothaer Gymnasium Ernestinum
Eine der ältesten und traditionsreichsten Schulen Thüringens ist das Gothaer Gymnasium, das nach über 40-jähriger
Unterbrechung am 2. September 1991 in dem altehrwürdigen klassizistischen Gebäude in der Bergallee 8 wieder seine Pforten
öffnete und am 1. November des gleichen Jahres von der Thüringer Kultusministerin Christine Lieberknecht mit der Rückübertragung des Namens offiziell restituiert wurde.
Die Wurzeln dieser Lehranstalt reichen über das Gründungsjahr 1524 hinaus bis in das 13. Jahrhundert zurück und sind in der
Lateinschule an der Pfarrkirche St. Marien unterhalb der Festung Grimmenstein zu suchen. Der Name der großen Humanisten Conradus Mutianus, der von 1503-1524 in Gotha wirkte, ist mit dieser Einrichtung eng verbunden. Freilich erst die von dem Gothaer Reformator Friedrich Myconius 1524 veranlasste Zusammenlegung der Elementarschule an St. Margarethen mit der Lateinschule und deren Zuweisung in das säkularisierte Augustinerkloster kann als das eigentliche Gründungsdatum angesehen werden. Dass die neue Anstalt, von Anbeginn in den Rang einer Gelehrtenschule erhoben, vom Geiste der Reformation getragen war, steht außer Frage. Deshalb legte der erste Rektor Basilius Monnerus (1524-1531) im Unterricht besonderen Werte auf die Vermittlung der lutherischen Glaubensgrundsätze und die gründliche Ausbildung in Latein und Griechisch.
Während der Rektor Pancratius Sussenbach (1540-1562) seiner Strenge und Zielstrebigkeit wegen als unumstrittene Autorität bei Schülern, Lehrern und Ämtern angesehen war, wusste sich sein Nachfolger Cyriacus Lindemann (1562-1568) dank seiner außergewöhnlichen pädagogischen Fähigkeiten mit Milde und Güte, Disziplin und hohe Lernmoral bei den Schülern durchzusetzen. Die von ihm festgelegten Schulregularien, in denen Rechte und Pflichten der Schüler, Lehrer und des Rektors genau fixiert waren, spiegelten einen hohen Standard der Schule wider. Der im Gefolge der politischen Ereignisse - Grumbachsche Händel, Belagerung Gothas, Reichsacht gegen Herzog Johann Friedrich und Schleifen der Festung Grimmenstein - eingetretene Niedergang der Schule, -Schüler und Lehrer, vom täglichen Kampf ums nackte
Überleben getrieben, gaben in dieser Zeit den Unterricht nahezu auf-, schien nur allzu verständlich. Die auf Veranlassung der Herzogs Johann Wilhelm erarbeitete Schulordnung trug mit der Einführung von Halbjahresprüfungen, den Festlegungen präziser Unterrichtspläne, der Einschränkung der Schülerfreiheiten zu einer positiven Entwicklung bei, die ohne Zweifel unter dem Rektorat Andreas Wilkes (1592-1631) einen Höhepunkt erreichte. Seine durch gediegene Gelehrsamkeit und ungewöhnliche pädagogische Fähigkeiten geprägte Persönlichkeit, - er korrespondierte mit Professoren und Wissenschaftlern in ganz Deutschland- war nicht unwesentlich am Aufschwung der Schule beteiligt.
Mit Recht konnte er sagen: „In ganz Deutschland besteht keine Universität, auf der sich nicht Männer befinden, die in der hiesigen Schule den Grund zu ihrer Bildung gelegt haben“. Dass Herzog Johann Casimir, Gründer des Coburger Gymnasiums, das seinen Namen trägt, auch der Gothaer Schule sein tätiges Interesse entgegenbrachte, zeigt nicht nur die durch ihn veranlasste Rekonstruktion der Unterrichtsräume, sondern auch die Verleihung des Namens „gymnasium illustre“. Illustre -glänzend, berühmt, vortrefflich- war das Qualitätssiegel einer Gelehrtenschule, die mit dem Fächerangebot- alte Sprachen und Disziplinen der „artes liberales“ wie Logik, Geometrie, Musik und Rhetorik die unmittelbare Vorbereitung für ein Universitätsstudium anbot. Von Interesse ist der damalige Unterrichtsablauf, alle Schüler hatten 30 Wochenstunden täglich vor- und nachmittags zu absolvieren, hinzu kam der sonntägliche evangelische Gottesdienst, dessen Predigt nach dem Mittagessen in lateinischem Disput von den Schülern in Latein wiederholt werden musste.
Unter Herzog Ernst I. (der Fromme) von Sachsen Gotha erfuhr das Gymnasium illustre eine deutliche qualitative Verbesserung, denn die Förderung des in den Jahren des 30-jährigen Krieges stark zerrütteten Schulwesens betrachtete der Souverän als seine vornehmste Pflicht, galt es doch gebildete und gläubige Untertanen heranzuziehen, seine besondere Fürsorge widmete er dem Gymnasium. Mit der Berufung des namhaften Schulmannes M. Andreas Reyher zum Rektor gelang eine inhaltliche Reform der Gothaer Schule, die sie über die Grenzen des Herzogtums berühmt machen sollte. Auf Reyhers Initiative kam es durch die Einführung der Selecta zu einer Aufstockung der Klassen und zu einer Ausweitung des Fächerkanons. Zum ersten Mal wurde in der Muttersprache gelehrt, Mathematik, Poetik und Geschichte erschienen neu auf dem Stundenplan, in der Abschlussklasse Selecta standen die universitäts-vorbereitenden Disziplinen Logik, Rhetorik, Ethik, Mathematik, Metaphysik, Sphärik im Mittelpunkt des Unterrichts, während die traditionellen Fächer mit der Prima zusammen erteilt wurden. Die im Anfangsbereich des Gymnasiums vorgeschaltete Klasse Septima sollte die dem Wirken Johann Gottfried Geißlers ist es zu danken, dass
das Gymnasium illustre zu einer Atmosphäre angestrengter, solider und disziplinierter Lernarbeit fand, sodass sein Nachfolger Geißler war 1779 einem Ruf als Rektor in Schulpforta gefolgt - Friedrich Andreas Stroth (1779-1785) kontinuierlich seine Arbeit fortsetzen konnte, die Schulstrukturen des Gothaer Gymnasiums unverändert blieben. Um so stärker konzentrierten sich seine Bemühungen auf eine inhaltliche und
didaktische Verbesserung des Unterrichts durch den Einsatz bewährter Lehrkräfte und nicht zuletzt durch die neu eingeführte 2-jährige Kandidatenzeit mit ständiger Beobachtung der Fachkenntnisse, Methoden und des Lehrer-Schüler-Verhaltens. Stroth hatte nicht nur durch seine gerechte und zielbewusste Amtsführung, sondern auch durch seine wissenschaftliche Arbeiten auf den Gebieten der Philologie, Kirchengeschichte, Religion, Pädagogik den eigenen Ruf und den Namen des Gothaer Gymnasiums über die Grenzen des Herzogtums hinaus berühmt gemacht und wusste profilierte Gelehrte und zu-gleich erfahrene Lehrer für die Schule zu gewinnen. Zu den bekanntesten Lehrerpersönlichkeiten, die als Gelehrte und Schriftsteller in die Literatur eingegangen sind, zählen Friedrich Jacobs, der von 1785-1807 am Gymnasium wirkte und später als Bibliothekar des Herzogs tätig war, Johann Caspar Friedrich Manso, der nach den Jahren am Gothaer Gymnasium 1783-1790 einem Ruf als Rektor an der Breslauer höheren Schule folgte und sich durch Übersetzungen sowie literarische und historische Schriften einen Namen gemacht hatte. Die Reihe der berühmten Gothaer Lehrer wird fortgesetzt von Johann Heinrich Friedrich Schlichtegroll, dem Verfasser der Nekrologe der Teutschen, dem späteren Präsidenten der Bayrischen Akademie der Wissenschaften, Friedrich Ukert, der die Geschichte der europäischen Staaten herausgegeben und mehrere geographisch- historische Schriften verfasst hat. Christian Ferdinand Schulze, Autor bedeutender philologischer Aufsätze, Ludwig August Regel, aus dessen Feder Publikationen
zur Geschichte und zum Fach Englisch stammen, Ernst Wüstemann, der sich mit
Artikeln zu Themen der Antike bekannt gemacht hatte, nicht zuletzt Georg Galletti,
der die erste Geschichte der Französischen Revolution in deutscher Sprache verfasste,
aber als Klassiker der Kathederblüte in die Geschichte der Schule eingegangen ist,
vervollständigen die Reihe der namhaften Persönlichkeiten, die unter dem über 40jährigen Rektorat Friedrich Wilhelm Dörings (1786-1839) er hatte nach dem frühen Tod Stroths das Amt übernommen- das Gothaer Gymnasium illustre zu einem Zentrum gediegener humanistischer Bildung und tiefgründiger Gelehrsamkeit im nationalen Maßstab entwickelten und das Humboldtsche Konzept humanistischer Schulbildung
in die Praxis umsetzten. So wurde das 300-jährige Schuljubiläum 1824 zu einem Fest einer florierenden, attraktiven Bildungsanstalt, die der Herzog, der Hof und die Bürger zu schätzen wussten, wie zahlreiche Schenkungen und Spenden von Büchern und naturwissenschaftlichen Apparaten zeigten. Unter Döring wurde das Angebot an Fremdsprachen mit Englisch oder Italienisch in der Selecta erweitert, eine weitere untere Klasse von der Bürgerschule ins Gymnasium übernommen. Nach einem kurzen Interregnum unter Edmund Adolf Jacobi, Joachim Dietrich Seebode, in dem die schulische Arbeit durch Konflikte mit dem Oberkonsistorium erheblich beeinträchtigt war, konnten Ruf und Anziehungskraft der Schule unter dem Rektorat des berühmten Valentin Christian Friedrich Rost (1841-1859) - er hatte sich als Herausgeber von Lexika und Grammatiken einen Namen gemacht wiederhergestellt werden. Gleichzeitig musste sich Rost als Rektor einer humanis-tischen Bildungseinrichtung den Herausforderungen der Zeit stellen ,da die Gothaer Bürgerschaft, den Erfordernissen der industriellen Entwicklung Rechnung tragend mit der Gründung eines Realgymnasiums 1839 mit deutlich mathematisch-naturwissenschaftlichem orientiertem Lehrprogramm - es werden Chemie, Physik und Mineralogie als eigenständige Fächer unterrichtet, der Stellenwert der modernen Fremdsprachen Französisch und Englisch wird deutlich gegenüber dem Lateinischen erhöht, hinzu kommen sogenannte technische Fächer wie Freies Hand - und Linearzeichnen- eine ernste schulische Konkurrenz geschaffen hatte.
Das Realgymnasium, eine der ersten Schulen diesen Typs in Deutschland, trug nach dem Herzog Ernst I. von Sachsen Coburg-Gotha den Namen Ernestinum und war in dem 1839 klassizistischen Schulneubau Bergallee untergebracht. Die auf einer Sondersitzung des Gothaer Landtages am 12. April 1859 nur mit einer Stimme Mehrheit beschlossene Vereinigung beider Gymnasien zum Gothaer Gymnasium ERNESTINUM mit zwei unterschiedlichen Ausbildungsprofilen kann als Glücksfall angesehen werden. Unter dem neuen tatkräftigen Rektor Joachim Marquardt (1859-1882) konnte durch Erweiterungsbauten nicht nur die Raumnot der Schule trotz steigender Schülerzahlen überwunden werden, das Gymnasium erhielt eine Aula, neue Bibliotheksräume und in Schelihas 1862 eine neue Turnhalle. In der Struktur wurden in zwei bzw. drei Klassen nach einheitlichem Fächerkanon unterrichtet, ab der Untertertia erfolgte die Gliederung in humanistische und realgymnasiale Klassen. Hatte Marquardt die Vereinigung inhaltlich vollendet, so sicherte Albert von Bamberg (1883-1910) die Kontinuität und innere Stabilität der Lehranstalt. Albert von Bamberg war eine Persönlichkeit mit großer Ausstrahlung. Mit seinem großen, breit gefächerten Wissen, seiner geistigen Verwurzelung in der Antike, seiner
tiefen Religiosität, und mit seiner Vaterlandsliebe wirkte er als Vorbild auf die Schüler. Es gelang ihm in der Tat Generationen junger Menschen im christlich-nationalen Sinne zu erziehen. Seine korrekte, tatkräftige Amtsführung, sein engagiertes Auftreten in der Stadt ließen die gesellschaftliche Wertschätzung der Schule weiter steigen. Zum wachsenden Ansehen des Ernestinum trugen nicht unwesentlich namhafte Lehrerpersönlichkeiten und Gelehrte bei. So war Rudolf Ehwald als kompetenter Ovidforscher in Kreisen der philologischen Wissenschaft hervorgetreten, Kurd Laßwitz war als Philosoph und Autor utopischer Schriften auf naturwissenschaftlicher Grundlage in Deutschland bekannt geworden, Adolf Schmidt hatte sich als Erd magnetforscher weltweiten Ruhm erworben und der Geograph Hermann Wagner war Professor in Göttingen und galt unter Fachkollegen als unbestrittene Kapazität, ihm gebührt das Verdienst, eine enge Verbindung zwischen der Schule und der kartographischen Anstalt Justus Perthes hergestellt zu haben. Der plötzliche Tod Albert von Bambergs riss eine tiefe Lücke, doch der am 1. Juli 1910 von Herzog Carl Eduard berufene Ludwig Mackensen konnte die Bildungs- und Erziehungsarbeit seines Vorgängers auf gleichem Niveau fortsetzen, unter seinem Rektorat besuchten die ersten Mädchen das Ernestinum, die Koedukation hielt mit der steigenden Zahl von Schülerinnen Einzug.
Als der aus Naumburg stammende Heinrich Anz im Jahr des Kriegsausbruchs 1914 die Leitung der Schule übernahm, hatte er die Schwierigkeiten und schmerzlichen Auswirkungen dieses Krieges zu bewältigen. Kriegsfreiwillige Ernestiner zogen ins Feld, 157 von ihnen fanden auf den Schlachtfeldern den Tod. Der Mangel an Geld, Büchern und Kohlen konnte nur durch unermüdliche Anstrengungen und besondere organisatorische Fähigkeiten gemindert werden. Die politisch instabilen Verhältnisse nach dem Krieg, Revolution, Herrschaft der Arbeiter und Soldatenräte, Kapp-Putsch und die Gründung des Landes Thüringen 1920 mit einer links orientierten Schulpolitik blieben nicht ohne Auswirkungen auf das Gymnasium. Betroffenheit herrschte über die Abschaffung des Schulgebetes, die Nichtzulassung von Schulfeiern mit religiösem Charakter u.a. Zwar wurden einige Erlasse von der neuen Regierung 1924 aufgehoben, doch war die Existenz des Gothaer Gymnasium Ernestinum bedroht. Rektor Anz hatte nach langen Verhandlungen in Weimar die Erlaubnis eine Sexta mit Latein neben einer Klasse mit Französisch als erster Fremdsprache einrichten zu können, erreicht.
Überhaupt war es in all diesen Jahren nur der überlegenen Klugheit, der feinen Menschenkenntnis, dem Weitblick und der vorbildlichen Pflichttreue Anzens zu danken, dass vom humanistischen Gymnasium gerettet wurde, was unter diesen Umständen zu retten war. Es ist sein bleibendes Verdienst, dass die Schule in den politisch instabilen Zeiten der Weimarer Republik nicht untergegangen ist und ihre alte Tradition unter erzwungener Erneuerung weiter pflegen konnte.
Ein sichtbarer Beweis der hohen Wertschätzung der Schule, ihrer Lehrer und Schüler in der Öffentlichkeit war ohne Zweifel das 400-jährige Jubiläum 1924.Trotz der Widrigkeiten und Fährnisse des Alltags, die sich zu Beginn der 30-er Jahre unter den rigiden Einsparungen für Lehr- und Lernmittel sowie für Heizung noch zunahmen, konnte durch hohe Einsatzbereitschaft aller Lehrkräfte der Unterrichtsbetrieb aufrechterhalten werden.
Unter der Naziherrschaft freilich traten gravierende Veränderungen im schulischen Leben ein. Unter den Direktoren Fritz Albert (1935-1938) und Otto Küttler (1938 - 1945) führten das Eingreifen der Hitlerjugend in den Schulbetrieb, die Beurlaubung von Lehrkräften zu Schulungskursen, die große Zahl zentraler Staatsfeiern, die Einführung des Staatsjugendtages, die vorzeitige Prüfung der Offiziersanwärter, die Entlassung von Lehrern aus politischen Gründen zu empfindlichen Störungen. Als auf ministeriellen Erlass hin die Realschulklassen aus dem Ernestinum ausgegliedert wurden, war die Schule existenziell bedroht, zumal die Anzahl der Neuanmeldungen stark zurückging. Zahlreicher aufklärerischer Elterngespräche des Direktors Küttlers sowie verstärkter Auftritte von Schülern bei Wettkämpfen und kulturellen Veranstaltungen ist es zu danken, ein innerer Aufschwung stattfand und wieder mehr Schüler das Gymnasium besuchten. In viel größerem Umfang und mit härterer Konsequenz bekamen Lehrer und Schüler die Kriegsauswirkungen zu spüren. Kollegen wurden an die Front einberufen, Schüler und Schülerinnen mussten als Flakhelfer Verteidigungsstellungen besetzen. Das Schulgelände blieb von Bombenschäden nicht verschont, und im April war mit der Einrichtung eines Meldekopfes der
Wehrmacht im Schulhaus der Unterricht von den Osterferien an eingestellt. Dass die amerikanischen Soldaten in den Wochen ihrer Besatzung zahlreiche Lehrmittel zerstörten und die Unterrichtsräume verwüsteten, die sowjetischen Militärangehörigen waren nicht zurückhaltender im Umgang mit dem Schulgebäude. Dr. Küttler, am 1. Oktober 1945 seines Postens als Direktor enthoben, hat in beispielloser Art und Weise die gefährdeten Bestände der 50000 Bände umfassenden Bibliothek des Gymnasiums durch die Verlagerung in die herzogliche Bibliothek auf Schloss Friedenstein vor der Vernichtung gerettet. Als am 1. Oktober 1945 die Schulen auf Anordnung der sowjetischen Militäradministration den Unterricht wieder aufnahmen, waren mit der Auflösung des Kollegiums die Voraussetzung für das Gymnasium Ernestinum nicht mehr gegeben, zumal unter dem Vorwurf des elitär Bürgerlichen das Gymnasium in das Bildungskonzept der neuen Gesellschaft, die sich bald ebenfalls als Diktatur herausstellen sollte nicht passte.
Während die restlichen Klassen des Gymnasium Ernestinum ausgelagert und später der Arnoldischule zugeordnet wurden, wechselten in kurzen Abständen die Schulformen und Bildungseinrichtungen, die das altehrwürdige Schulgebäude Bergallee nutzten und ohne Erneuerung so abnutzten, dass es dem Verfall preisgegeben, abgerissen werden sollte. Es ist das bleibende Verdienst des Direktors der Polytechnischen Oberschule Albert Schweitzer Hugo Thiel, dass nicht nur der humanistische Geist dieser Schule auch unter der sozialistischen Herrschaft gewahrt blieb und das Gebäude unter ungeheuren Anstrengungen, Mühen und Schwierigkeiten rekonstruiert und damit erhalten wurde.
Mit der Wende und der Wiedervereinigung Deutschlands ist auch 1991 das Gymnasium Ernestinum gleichsam wie Phoenix aus der Asche neu erstanden und hat sich zu einer lebendigen, kreativen Schule entwickelt, deren Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer der jahrhundertealten Tradition bewusst und dem Leitspruch Cum deo et die verpflichtet die Chancen der Freiheit nutzen, die Notwendigkeiten verantwortungsvollen Lernens und Handelns erfüllen und optimistisch in das nächste Jahrhundert blicken.
Ein Vortrag von:
Herrn Dr. Christoph Köhler Fachlehrer für Lt., DE, Gr, Ru, a,
Gymnasium Ernestinum im Jahre 1999
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