Schulstufen- und schulartspezifische Regelungen

Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport
Stand: 27. Juli 2020


Sekundarstufe I

Dem Pflichtunterricht, insbesondere im Kernbereich, ist der Vorrang bei der Planung des Schuljahres 2020/21 sowie im Falle von kurzfristig auftretenden Engpässen einzuräumen. Der Einsatz der tatsächlich vorhandenen Lehrkräfte muss die Absicherung des Pflichtbereichs, die Aufarbeitung versäumter Lerninhalte sowie die individuelle Förderung ermöglichen. Entsprechend sind die Angebote im Wahlpflichtbereich als auch Ergänzungs- oder AG-Angebote angemessen zu planen.
Um sicherzustellen, dass im vergangenen Schuljahr durch die Corona-bedingten Schulschließungen ggf. nicht oder unvollständig behandelte Inhalte und Kompetenzen bei der Unterrichtsgestaltung im Schuljahr 2020/21 angemessen berücksichtigt werden können, ist hierfür eine verlässliche schriftliche Dokumentation nötig, die den Schulleitungen vorgelegt wird. Die Schulen stellen in geeigneter Weise sicher, dass für jede Klasse, Lerngruppe und Kurs fachspezifische Informationen vorliegen, welche Inhalte bzw. Themen im vergangenen Schuljahr nicht vertieft behandelt werden konnten. In Fortbildungen werden die Fachberaterinnen und Fachberater für die Fächer Anregungen geben, wie im kommenden Schuljahr die Konzentration auf unverzichtbare Themen und Inhalte gestaltet werden kann.
Es ist eine nachvollziehbare, transparente Entscheidung über die Zeugnisnoten zu treffen. Zum Nachweis des Leistungsstandes erbringen Schülerinnen und Schüler in angemessenen Zeitabständen entsprechend der Art des Faches schriftliche, mündliche und praktische Leistungen (§ 58 Abs. 1 ThürSchulO). Dabei erarbeiten und dokumentieren die Fachkonferenzen Empfehlungen zur Koordination der fachlichen Anforderungen und der Leistungsbewertungen.

 

Klassenstufe 5:

Dem Übergang von der Primarstufe in die Sekundarstufe I muss im Schuljahr 2020/21 besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Der Wechsel in die Sekundarstufe I, insbesondere wenn er mit einem Wechsel an eine andere Schule verknüpft ist, ist mit einer ungewohnten Schulumgebung, neuen Fächern, dem Unterricht im Fachlehrerprinzip und einer veränderten Klassenstruktur verbunden. Es gilt ein Umfeld zu schaffen, das mit diesen Veränderungen und mit den Bedingungen des zweiten Schulhalbjahres 2019/20 sensibel und rücksichtsvoll umgeht. Zum Schuljahresbeginn soll vor allem in den Kernfächern Mathematik und Deutsch der unterschiedliche Lernstand analysiert und in den schulinternen Lehr- und Lernplänen beachtet werden. Für Schülerinnen und Schüler, die ohne Notenvoraussetzung oder Empfehlung die Klassenstufe 5 am Gymnasium besuchen, sind die erbrachten Halbjahresnoten des Schuljahres 2020/21 dieser Schülerinnen und Schüler die Grundlage der Entscheidung nach § 128 Abs. 2 ThürSchulO (Empfehlung für die weitere Schullaufbahn).

 

Klassenstufen 9 und 10:

Es ist für die Klassenstufen 9 und 10 sicherzustellen, dass Zeugnisnoten in allen Fächern festgesetzt werden können. Prüfungsinhalte sind im Schuljahr zu behandeln.
Projektarbeiten gemäß § 47a ThürSchulO sind so zu planen, dass sie auch bei einem eingeschränkten Schulbetrieb erstellt werden können. Bei der Bewertung der Projektarbeit in Klassenstufe 10 ist aufgrund der Corona-bedingt fehlenden Vorbereitungszeit in Klassenstufe 9 im Schuljahr 2020/2021 § 47a Abs. 5 ThürSchulO sinngemäß anzuwenden.


 

Hinweise für die Schulart Gymnasium:

 

Klassenstufe 5:

Für Schülerinnen und Schüler, die ohne Notenvoraussetzung oder Empfehlung die Klassenstufe 5 am Gymnasium besuchen, sind die erbrachten Halbjahresnoten des Schuljahres 2020/21 dieser Schülerinnen und Schüler die Grundlage der Entscheidung nach § 128 Abs. 2 ThürSchulO (Empfehlung für die weitere Schullaufbahn).

 

Klassenstufe 9:

Mit Versetzung in die Klassenstufe 10 erwirbt die Schülerin oder der Schüler des Gymnasiums ab dem Schuljahr 2020/21 einen dem Hauptschulabschluss gleichwertigen Abschluss (§ 7 Abs. 3 ThürSchulG).
Für die Bildung der Zeugnisnote sind entsprechend der Art des Faches schriftliche, mündliche und praktische Leistungen einzubeziehen. Dabei erarbeiten und dokumentieren die Fachkonferenzen Empfehlungen zur Koordination der fachlichen Anforderungen und der Leistungsbewertungen. Es ist für die Klassenstufe 9 sicherzustellen, dass Zeugnisnoten in allen Fächern festgesetzt werden können.

 

Klassenstufe 10 (Einführungsphase in die gymnasiale Oberstufe):

Mit Versetzung in die Qualifikationsphase erwerben die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums ab dem Schuljahr 2020/21 einen dem Realschulschulabschluss gleichwertigen Abschluss (§ 7 Abs. 3 ThürSchulG). Bestandteil der Versetzung ist die erfolgreiche Teilnahme an der besonderen Leistungsfeststellung.

 

Sekundarstufe II

Seminarfacharbeiten sind so zu planen, dass sie auch bei einem eingeschränkten (Präsenz-) Betrieb mit erhöhtem Infektionsschutz erstellt werden können.

Klassenstufen 11 und 12 (Qualifikationsphase):

Beim Übergang in Stufe 2 (GELB) sollte für die Qualifikationsphase ein möglichst hoher Anteil an Präsenzunterricht angestrebt werden, um den Erwerb der in den Lehrplänen verankerten Kompetenzen weitestgehend sicherzustellen. Es ist eine nachvollziehbare, transparente Entscheidung über die Zeugnisnoten aller Kurshalbjahre zu treffen, da für die Qualifikation im Bereich der Halbjahresqualifikation eine Bewertung der Halbjahresergebnisse in allen von der Schülerin oder vom Schüler gewählten Fächern zwingend notwendig ist. Zum Nachweis des Leistungsstandes erbringen Schülerinnen und Schüler in angemessenen Zeitabständen entsprechend der Art des Faches schriftliche, mündliche und praktische Leistungen (§ 58 Abs. 1 ThürSchulO).
Es wird beim Übergang in die Stufen 2 (GELB) oder 3 (ROT) empfohlen, die Dauer der Kursarbeiten in Fächern mit erhöhtem Anforderungsniveau auf zwei Unterrichtsstunden zu begrenzen. Im Fach Deutsch kann eine längere Dauer sinnvoll sein. Dies gilt nicht für die Kursarbeiten im Kurshalbjahr 12/II, da die Schülerinnen und Schüler bei den Leistungsnachweisen verstärkt an die Anforderungen der Abiturprüfung heranzuführen sind. Die Arbeitszeit in den Kursarbeiten kann bis zur Dauer der Abiturarbeitszeit betragen. Der Oberstufenleiter sorgt für eine gleichmäßige Verteilung der Kursarbeiten und sonstigen schriftlichen Arbeiten über die Schulhalbjahre.
Sollte es sich herausstellen, dass aufgrund einer Ausnahmesituation wie z.B. Schulschließung oder angeordneten Quarantänemaßnahmen nicht alle vorgesehenen Leistungsnachweise, insbesondere nicht alle Kursarbeiten realisiert werden können, entscheidet die Schulleitung im Benehmen mit den Fachkonferenzen.
Das Kurshalbjahr 12/I endet am 15. Januar 2021, das Kurshalbjahr 12/II am 19. Mai 2021. Die Abiturprüfungen zum Haupttermin finden im Zeitraum vom 26. Mai bis 2. Juli 2021 statt. Das Zeugnisdatum für die Abiturprüfungen ist der 9. Juli 2021. Sollte in Einzelfällen das Verfahren der Abiturprüfung bis zum 9. Juli 2021 nicht abgeschlossen sein (z.B. bei Nachprüfungen), wird als Zeugnisdatum der Tag der Bekanntgabe des Ergebnisses der Prüfung festgelegt. Die Abiturzeugnisausgabe ist ab den 9. Juli 2021 möglich. Die veränderten Abiturprüfungstermine der einzelnen Fächer werden in der veränderten VVOrgS2021veröffentlicht.

letzte Änderung: 22.08.2020