Zur Entwicklung des humanistisch-naturwissenschaftlichen Gymnasium Ernestinum Gotha seit der Restitution im Jahre 1991


Das Gymnasium Ernestinum Gotha hat sich in den 28 Jahren seines Bestehens nach der Restitution im September 1991 zu einer lebendigen, kreativen, modernen Schule entwickelt, deren SchülerInnen, LehrerInnen sowie Eltern sich der jahrhundertealten Tradition bewusst sind, humanistisches Gedankengut zu bewahren und dessen Leitspruch - CUM DEO ET DIE - verpflichtet, die Chancen der Zeit zu nutzen und die Notwendigkeit verantwortungsvollen Lernens und Handelns zu erfüllen.

Die Schüler gut auf das Abitur vorzubereiten und ihnen damit die besten Chancen für Studium und Beruf zu bieten, ist wichtigstes Anliegen. Das in den 28 Jahren nach der Wiedergründung des Ernestinums erarbeitete Schulprogramm schafft beste Voraussetzungen dafür. Gründe für erfolgreiches Lernen unserer Schüler sind die familiäre Atmosphäre am Ernestinum, ein anspruchsvolles Unterrichts-, Projekt- und Freizeitangebot, die individuelle Förderung der Schüler sowie die Bereitschaft des Lehrerkollegiums, der Schüler und Eltern auch in einer Zeit schnelllebiger Veränderungen sich den Anforderungen immer wieder neu zu stellen.

Durch das jahrelange Engagement verdienter Lehrerpersönlichkeiten sowie abgestimmter Schulorganisation, verbunden mit hohem Anforderungsniveau an Schüler und Eltern, hat sich das Ernestinum zu einem leistungsstarken Gymnasium im Landkreis Gotha entwickelt.

Treffend formulierte Dr. phil. habil. Christoph Köhler in seiner Rede zum Ernestinertreffen im Mai 2001, indem er Kurd Laßwitz (1848 - 1910) als Lehrer und Wissenschaftler Ehre zukommen ließ:

„Für den heute an dieser ehrwürdigen Schule Unterrichtenden sollte der Weg der Routine und des didaktischen Improvisierens allerdings ebenso wenig Leitmotiv des Handelns sein wie die allzustarke Akzentuierung dilettierender wissenschaftlicher Aktivität als Ersatz für pädagogisch-didaktische Defizite, im Gegenteil, die gesellschaftlichen Umbrüche zwingen immer wieder zur Korrektur des Geleisteten und zur Suche nach neuen Wegen, eine schulische Bedingung, die herausfordert, reizt und zugleich sehr schwer zu machen ist".
(Ernestinum Nr. 131/2001)

Mit der Restitution des altehrwürdigen „Gymnasium Gothanum“ im September 1991 als eines der bedeutensten in ganz Deutschland wurde die langjährige Bildungstradition der Schule fortgesetzt. Nach 47 – jähriger Unterbrechung wurden 1993 erstmals wieder Abiturprüfungen durchgeführt. Die erste feierliche Ausgabe der Abiturzeugnisse fand in der Aula des Ernestinums am 25. Juni 1993 im Beisein des Vorstandes der „Vereinigung ehemaliger Schüler des Gymnasium Ernestinum Gotha“ sowie des Landrates Dr. Dieter Reinholz statt. Sichtlich bewegt richteten Dr. Dieter Reinholz, Meinhard Glanz als Ehemaliger sowie Hans – Martin Samietz im Namen der Abiturienten ihre Grußworte an die anwesenden Lehrer, Eltern, Abiturienten und Gäste.

Es war vor allem das Verdienst der Ehemaligen, organisiert in der „Vereinigung ehemaliger Schüler des Gymnasium Ernestinum Gotha“ im „Westen“ der Bundesrepublik Deutschland, die ihre Forderungen gleich nach der „Wende“ an die Mitglieder des Kreistages Gotha stellten, das Gymnasium als Bildungseinrichtung wieder zu restituieren! Der Schmerz der Schließung im Jahre 1947 saß noch tief und vergessen wurden auch nicht die Demütigungen über die Jahre der Diktatur in der ehemaligen DDR, ihr altes Schulgebäude in Gotha nicht betreten zu dürfen.

Zahlreiche Schulpartnerschaften konnten in den Jahren von 1991 an aufgebaut werden. Durch gemeinsame Projekte fanden im gegenseitigen Austausch Begegnungen zwischen den Schülerinnen und Schülern sowie dem Lehrerkollegium statt.

letzte Änderung: 09.05.2019